Kieswerk Hinterste Mühle

Lagerstätte
Der Tagebau „Hinterste Mühle“ ist urkundlich nachgewiesen der älteste noch aktive Kiessandabbau in Mecklenburg-Vorpommern. Er ist Bestandteil eines Komplexes von Kiessand-, Sand- und Quarzsandlagerstätten im Südosten Neubrandenburgs. Bereits seit 1876 werden hier Rohstoffe im Trockenschnitt gefördert, seit 1968 auch im Nassabbau. Eigentümerin des Kiessandtagebaus Hinterste Mühle ist die GLAREX GmbH (vormals Kieswerk Wusseken GmbH). Sie hat Peene Kies mit dem zukünftigen Nassabbau beauftragt. Die Gewinnung erfolgt mit einem Saugbagger, der 2015 in Betrieb genommen wird. Die Kiessande werden über eine schwimmende Rohrleitung an Land transportiert und einem Sieb aufgegeben, welches das Materialgemisch in Sand, Kies und Überkorn trennt. Das Wasser-Sand-Gemisch wird anschließend in einem Eindicker geklärt und mittels einer Rohrleitung direkt in ein Unterwasserdepot im See verspült, so dass der Sand als Rohstoffbasis für eine zukünftige Gewinnung zugänglich bleibt.

 

Findlingsgarten & Naturdenkmal
2001 feierte der Tagebau sein 125jähriges Bestehen mit der Einweihung des „Findlingsgarten Hinterste Mühle“. Zuvor wurde 1994 eine kleine geologische Sensation entdeckt: ein eemwarmzeitlicher Torf. Der Geologe Andreas Buddenbohm von der Lagerstättengeologie GmbH Neubrandenburg beschreibt diesen wie folgt: Im Südosten des Kiessandtagebaus steht über einem Erosionsrest der Saale-2-Grundmoräne (Geschiebemergel) eine Sedimentfolge an, die beginnend mit Basissanden des Saalespätglazials über Fein- und Mittelsande sowie Mudden schließlich zu einem mehrere Meter mächtigen Torflager führt, das seinerseits von wechselnd sandig-bindigen Sedimenten des Weichselfrühglazials überdeckt wird. In den vergangenen Jahren lieferte dieses Vorkommen eine Fülle von neuen Erkenntnissen zur Vegetations- und Klimaentwicklung während der Eem-Warmzeit vor ca. 128.000 - 115.000 Jahre. Die Stadt Neubrandenburg erklärte es im Jahr 2001 zum Naturdenkmal: es ist als Geotop "Eemwarmzeitliches Torfvorkommen Hinterste Mühle" geschützt.
Quellen: www.lg-nb.de; www.eiszeit-geopark.de